Auswaertiges Amt und Joscha Schmierer

Leserbrief an die Redaktion der      Süddeutschen Zeitung                          München

Botschafter kritisieren Beschäftigung Schmierers als AA-Berater

Sehr geehrte Damen und Herren,

den beiden ehemaligen Botschaftern Sudhoff und Wickert muss man dankbar sein, dass sie Kritik an der Beschäftigung Hans-Gerhart Schmierers im Planungsstab des Auswärtigen Amtes vortrugen (SZ vom 19. 3. 2001). War Schmierer doch 1973 Gründer und bis zur Auflösung 1983 diktatorischer Chef, sprich „Sekretär“, des Kommunistischen Bundes Westdeutschland. Der KBW war zwar nicht die grösste, aber dafür die schlagkräftigste, finanziell potenteste und radikalste Organisation der linksextremen Szene. Da die damalige Sowjetunion den stalinistischen Vorstellungen des KBW nicht mehr genügte, orientierte dieser sich an Maos China, an Enver Hodscha in Albanien und an Pol Pot in Kambodscha.

Kein anderer als Schmierer sandte als Sekretär des KBW am 15. April 1980, als die Massenmorde des Pol Pot Regimes weltweit Entsetzen ausgelöst hatten, ein Glückwunsch-telegramm an den „Genossen Pol Pot“, in dem es u. a. heisst: „Seine Siege im Kampf gegen den US-Imperialismus und beim Aufbau des Landes hat das kampucheanische Volk unter Führung der Kommunistischen Partei Kampucheas errungen. Sie sind das Ergebnis der korrekten Linie der KPK und der korrekten Politik der Einheitsfront im Inneren wie in den internationalen Beziehungen.“

Und der Palästina-Arbeitskreis (PAK) von Schmierers KBW trat „ein für die Zerschlagung des Staates Israel als künstliches Gebilde (Siedlergesellschaft), das sich gegen die nationale Existenz des palästinensischen Volkes richtet...“ (Diese Zitate sind Schriften des KBW entnommen, die im Archiv „Apo und Soziale Bewegungen“ der Freien Universität Berlin aufbewahrt werden und einsehbar sind.)

Wir in Frankfurt am Main können ein Lied singen von den unzähligen Demonstrationen und der bornierten Agitation des KBW, die er von seinem Stammhaus in der Mainzer Landstrasse aus organisierte. - Ist Schmierer wirklich ein geeigneter Berater im Planungsstab des Auswärtigen Amtes, selbst dann, wenn er nun seine Rolle als Chef des KBW nicht länger verharmlosen und sich von diesen fatalen Texten distanzieren sollte?

Mit freundlichen Grüssen,                          Ulrich Keitel

Die Süddeutsche Zeitung druckte die Zuschrift nicht ab.

Auch Aussenminister Steinmeier hält bis heute an dem ehemaligen KBW-Chef und Pol Pot-Verehrer Joscha Schmierer fest.

24.12.06 11:49

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


thomas (2.1.07 17:22)
Wann gibt es denn weitere Stuecke?

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