Leserbrief an

Leserbrief an das Monatsblatt "Evangelisches Frankfurt" das eine praktisch unbegrenzte Asylgewährung fordert und in einem Artikel für Asylbewerber eintritt, die ihre Pässe haben verschwinden lassen. 

An die Redaktion

Evangelisches Frankfurt

Kurt-Schumacher-Str23

60311  Frankfurt am Main

Sehr geehrte Damen und Herren,

Asylbewerber, die ihren Pass verschwinden lassen

Der entscheidende Satz in dem Artikel über die Asylanten am Frankfurter Flughafen („Die Angst gehört zu ihrem Alltag“, Evangelisches Frankfurt 9/99) lautet: „Das weitere Schicksal dieser Menschen hängt davon ab, ob der Bundesgrenzschutz Papiere für sie erhält.“

Diese Asylsuchenden sind also ohne „Papiere“, d.h. sie haben ihre Pässe oder Ausweise weggeworfen, vernichtet oder versteckt. Das ist leider ein bewährtes Verfahren, um die Abschiebung zu verhindern oder zumindest um Monate zu verzögern. Wer hat diesen Menschen solches geraten? Die Schlepper, die am Flughafen tätigen Rechtsberater oder wer sonst? Und warum hat man diesen Menschen solches geraten? Weil es für den Bundesgrenzschutz äusserst mühselig und zeitaufwendig ist, von der Botschaft oder der Regierung des Herkunftslandes des Asylbewerbers einen neuen Pass zu erhalten. Bekanntlich ist dies in vielen Fällen unmöglich.

Wirklich politisch Verfolgte, die wir aufnehmen wollen, lassen ihre Pässe nicht verschwinden. Diese Personen kommen auch nicht in die Unterkunft am Flughafen, die vom Bundesgrenzschutz bewacht wird, weil die Asylbewerber ohne Pass immer wieder dort ausgebrochen sind, um hierzulande unterzutauchen.

Die Männer und Frauen des Flughafen-Sozialdienstes haben eine schwierige Aufgabe zu bewältigen. Sie haben die Betroffenen von unüberlegten und rechtswidrigen Schritten abzuhalten und über die in Deutschland und der Europäischen Union geltende Rechtslage zu informieren. Die Lösung des Problems kann jedoch nicht darin liegen, dass man diesen Asylbewerbern das Wegwerfen der Pässe durch Asylgewährung belohnt.

Mit freundlichen Grüssen

gez. U. Keitel

Ich bitte Sie, meine Zuschrift als Leserbrief abzudrucken.

Das "Evangelische Frankfurt" druckte im Oktober 1999 eine stark gekürzte Fassung ab.

24.12.06 11:51

Werbung


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


thomas (5.1.07 21:51)
immer noch nix?

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen